Reiseberichte | Photographie | Reisinger/Reisinger | Kontakt/Impressum | Home | Gästebuch
   

22. Oktober bis 1.November 2011

- Nord-Süd: 183 km, West-Ost 83 km,
- 8680 km² und 1000 km Küste!
- viertgrößte Insel im Mittelmeer
Anfahrt mit dem Womo mit diversen Fähren möglich - wir nahmen die Corsica Ferries von Livorno nach Bastia, weil das in der Jahreszeit, in der wir unterwegs waren die kürzeste und einfachste Variante war. Von einer Reisebekanntschaft bekamen wir den Tipp, dass wenn man Zeit hat und außerhalb der Saison unterwegs ist, es sich jedenfalls auszahlt, ohne Reservierung zur Fähre zu fahren - einen Platz bekommt man so gut wie immer und zum Teil um Spott-Preise.

Karte: Micheline "Korsika" 1:150000

Reiseführer: Korsika "Reise Know-How", Wolfang Kathe

Die französische Insel im Mittelmeer, die wohl von allem etwas zu bieten hat und das auf kleinstem Raum - drum hat sie uns so gut gefallen. Von traumhaften Stränden (mit weißem oder schwarzen Sand je nach Belieben), bis zu hochalpinem Gebiet mit Schnee und außergewöhnlichen Tieren. Ob man's touristisch will oder so wie wir ganz ruhig, abgelegen und beschaulich. Alles da. Durch die Topographie - die Insel besteht größtenteils aus Hochgebirge (50! Zweitausender) - findet man die unterschiedlichsten Landschaften, Vegetationszonen und Tiere. Das Klima ist mediterran und somit äußerst angenehm, im Sommer wunderbar zum Baden und im Winter - ja man höre und staune - zum Ski fahren. In ganz kurzer Zeit fährt man von der klassischen Mittelmeervegetation (Steineichen, Oliven, Pinien, Thymian, Rosmarin) durch riesige Kastanienwälder (die waren gerade reif, als wir da waren und man musste die Edelkastanien nur neben der Straße einsammeln), zu Schwarzkiefernwälder, Buchen- und Tannenwälder und dann über die Baumgrenze!

Auch die Tierwelt ist interessant: endemische Arten kommen besonders bei Amphibien vor wie z.B. korsischer Gebirgsmolch und korsische Feuersalamander. An Reptilien hat's verschiedene Schildkrötenarten (griechische Landschildkröten leben vor allem im Süden der Insel noch wild: eine Station zum Schutz und zur Aufzucht gibt es am Eingang des Ascot Tales in Tizzarella - war

leider geschlossen als wir da waren

Village-Tortues (Aufzuchtstation)

Auch Eidechsen, eine gelbgrüne Zornnatter und die Ringelnatter (das war's dann auch schon - es gibt auf Korsika keine giftigen Schlangen!). Dafür aber Spinnen :, nämlich die Schwarze Witwe und die Tarantel, auch sonst ist die Insektenwelt eine reichhaltige mit so manchem bemerkenswerten Tierchen - zum Beispiel die europäische Gottesanbeterin (so eine hat sich uns auch gezeigt). Für Vögel stellt die Insel eine wichtige Zwischenstation beim Vogelzug dar, besonders an der Ostküste in den Lagunen kann man diese beobachten. Vor der Küste von Cap Corse bestehen gute Möglichkeiten Wale und Delphine zu beobachten. Korsika ist die Wiege des europäischen Mufflons - und wir hatten die Ehre ein solches zu sehen!

An weiteren großen Säugetieren gibt's das Wildschwein, welches dann auch in sämtlichen kulinarischen Varianten nicht zu verachten ist. Und wenn wir dann schon beim Kulinarischen sind: sehr zu empfehlen der Brocciu (ein Frischkäse aus Schaf- oder Ziegenmilch - besonders lecker in kleine Kuchen gebacken) und das Kastanienbier "Pietra" - mit welchem wir auf der Fähre schon Bekanntschaft machten. Auch die besonderen korsischen Rose Weine kann man sich gut schmecken lassen. Klar man befindet sich ja in Frankreich - und da weiß man ja, dass die Götter zum Essen kommen. Auf eine besondere korsische Sache sei auch noch hingewiesen - auf die Paghjella! Dabei handelt es sich um mehrstimmige Männerchöre die ganz tief in einem drin das Fernweh und die Sehnsucht wecken - zum Beispiel A Filetta

zum Reinhören......

Ja und da wär dann noch die Sache mit dem Mohren - woher kommt er denn? Es handelt sich um das korsische Wappen. Die einen vermuten dahinter eine Liebesgeschichte - die anderen die Tatsache, dass das Wappen von dem im 18 Jhd. eingesetzten Regenten, welcher ursprünglich aus Aragon (Teil Frankreichs) entsandt war, und deren Wappen bereits 4 Mohrenköpfe zierten, stammt. Taja - how ever auf Korsika ist er allgegenwärtig und wird vor allem geschichtlich wie auch noch heut zu Tage als Zeichen der Unabhängigkeit Korsikas gesehen. Auch diese Bestrebungen sind teils unübersehbar - viele der französischen Straßenschilder, waren mit den korsischen Namen übermalt.

so und jetzt viel Vergnügen bei den Berichten und beim Bildergucken..........dafür auf die Bilder unten klicken...............

Tja und wie das so ist mit nur 10 Tagen - war dann leider die Zeit schon wieder um. Von Ponte Leccia über Seiten- und Nebenstraßen - mit einer 2,2 m Breitenbeschränkung ( mit der Markise sehr knapp !) nach San Michele zurück ans Meer - hier noch ein kleiner Tipp, von San Michele nicht die D 82 die an der südlichen Seite entlang der Schlucht des Bevinco verläuft nehmen sondern die D 62 an der nördlichen Seite ! Ein abenteuerliches Sträßchen zum Schluss.

Da wir leider keinen Stellplatz entlang der Küste bis Bastia fanden und wir nicht in einem der Mega-Campingplätze übernachten wollten, führte uns der letzte Abend wieder an den kleinen Strand, an dem wie die erste Nacht auch verbracht haben - und schloss sich somit der Kreis. Dort hatten wir dann noch die Freude eine Gottesanbeterin in Natura zu sehen bevor uns eine sehr, sehr stürmische Überfahrt wieder an die Küste Italiens brachte.
Wiedermal - viel zu kurz die Reise und ganz sicher nicht das letztemal, dass wir uns auf die französische Mittelmeerinsel begeben haben!