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1. Juni - 3. Juli 2011

ein paar hilfreiche Links:

Hilfe bei Einreise mit dem Hund

Beste Wetter/Schneeseite über Norwegen

Karten:
zu Fuß: turkarta 1:50 000 im Internet und vor Ort in Nationalpark-Zentren oder Buchhandlungen
mit dem Auto: cappelen Kart, kümmerly+frey Nr. 1-5 1:335.000

Reiseführer:
lonely planet Norwegen, reise know-how Skandinavien der Norden (beide mittelprächtig) die meiste Info bekamen wir aus "mit dem Wohnmobil nach Nord-Norwegen" (nicht nur über Stellplätze, sondern auch über versteckte landschaftliche Sehenswürdigkeiten die in den anderen Führern nicht zu finden waren)

Fischereiberechtigung von zu Hause online vorher kaufen

Musik: Mari Boine, Wimme, Torgeir Vassvik ....................

Seit wir in Alaska und Kanada waren, dort die Bekanntschaft mit dem nördlichen Breiten und einem Pickup mit Wohnaufbau machten, sehnten wir uns nach dem europäischen Norden. Nach 6 Jahren mit unserem eigenen Gefährt, in dem wir die Reise jedes Jahr wieder aus verschiedenen Gründen verschoben -war's dann ENDLICH sowie - auf in den hohen Norden!!!!!!
Die Vorbereitung - vor allem wegen der Einreise mit dem Hund und auch der logistischen Überlegungen im Hinblick auf die doch erheblichen Lebensmittelkosten ( zwei ½ l Dosen norwegisches Bier 9 EUR) bei einem Aufenthalt von 5 Wochen - benötigte doch einiges an Zeit: woher bekommt ich die wirklich aktuellen Impf- und Einreisebestimmungen für den Hund (ändert sich ständig) und wie bekomme ich Lebensmittel für 5 Wochen ins Womo ohne absolut überladen zu sein? und was darf ich mitnehmen und was nicht (keine Kartoffel, kein Fleisch)? Nun ja - für den Hundling war die Homepage des "Mattilsynet" sehr hilfreich (ich habe da einige Male per e-Mail sehr freundlich und unkompliziert Auskunft erhalten) und das mit dem Essen und Trinken haben wir dann auch hinbekommen.

Linz - Sassnitz

Wollten wir eigentlich auf zwei Tage fahren, dann ging's aber so flott voran, dass wir in einem durch fuhren und um Mitternacht in Sassnitz an der Fähre ankamen; dort haben wir dann am Parkplatz übernachtet.

Sassnitz - Vidöstern

Wir entschlossen uns zur Anreise über Schweden, nahmen die Fähre von Sassnitz nach Trelleborg - um unseren Hundling die möglichst kürzeste Schiffsreise zuzumuten - und kamen am 2. Juni in Skandinavien an. Hm - der erste Eindruck war kein freundlicher. Da uns ja die schlimmsten Dinge über das Mitnehmen und Nichteinhalten der Einreisebestimmungen mit einem Hund nach Skandinavien erzählt wurde (wegnehmen tun sie einem das Tierchen gleich! Wenn nicht alles dreimal abgestempelt ist!!!), stellten wir uns brav in der für Hund und Waffen gekennzeichneten Zollschlange an. Vor den Zollhäuschen fuchtelte eine offensichtlich erboste Zöllnerin herum und zeigte in die nächst offene "normale" Warteschlange. Gut haben wir die Spur gewechselt und stellten uns dort an - daraufhin schaltete die wohl-gelaunte Dame die Ampel auf rot, sperrte vor uns den Schranken zu und machte mit erhobener Stimme darauf aufmerksam, dass wir in der falschen Reihe stünden und ließ uns nochmals die Spur wechseln. Der für diese Reihe zuständige Zöllner hat dann lediglich pro Forma den Hundepass angeguckt - wären die Bestätigungen des Tierarztes nicht vorhanden gewesen, wär's ihm auch nicht aufgefallen - und das war' s dann. An keiner Grenze, bei keiner Verkehrskontrolle und auch sonst nirgendwo hat sich irgendjemand für unseren Mr. Vertigo oder dessen Impfungen interessiert. Auch haben wir von anderen Reisenden erfahren, dass diese ihre Hunde mit dem Bandwurmmittel nicht mehr jedes Mal behandeln würden. Anscheinend braucht man die Bandwurmbehandlung für Schweden seit 2012 auch nicht mehr.
Die erste Nach verbrachten wir dann am Vidöstern

Toftaholm Camping

-wunderschön an einem See gelegen und nur zwei km neben der Autobahn - eignet sich gut als Reisestation!

Vidöstern - Sundsvall

Der dritte Fahrtag führte uns dann vorbei an Stockholm entlang des bottnischen Meeres immer weiter nach Norden - am Meer haben wir unsere zweite Nacht verbracht und waren über das Strandleben und den Badebetrieb so weit im Norden erstaunt - man findet da so richtiges "beach-life".

Sundsvall - Blattnicksele

Am 4 Juni ging's hinein in's Landesinnere - nach Lappland - ja da fühlten wir uns dann schon wesentlich wohler! Ausgedehnte Taiga, Sumpf und immer wieder Seen durch die die Straße auf Brücken und Dämmen hinduch führte. In der Nacht zuvor wütete ein Orkan und lagen über den Straßen zum Teil Bäume und auch die Stromversorgung fiel immer noch teilweise aus, als wir am späten Nachmittag in Blattnicksele auf einem wunderschönen kleinen Campingplatz unseren Reisetag beendeten. Dort wurde dann auch das erst Mal die Angel ausgepackt - leider erfolglos.

Blattnickselecamping

Blattnicksele - Torneträsk

Am nächsten Morgen weiter Richtung Norwegen - die ersten Ren-Tiere! Die Landschaft rund um den Muddus Nationalpark - besonders die Schlucht des Lulaälven hat es uns angetan und überlegten wir, ob wir bleiben sollten - verschoben aber den Aufenthalt in der Gegend auf "das nächste mal" - vor allem auch, weil wir es schon nicht mehr erwarten konnten unser erstes Ziel zu erreichen. Nach dem wir noch die letzte "billige" Möglichkeit des Einkaufens in Kiruna nutzten haben wir auf eine der in Schweden oft und reichlich vorhandenen Übernachtungsstellen an den Durchzugsstraßen, die alle mit WC, Tischen und Sitzgelegenheiten und Müllentsorgung, zum Teil auch kleinen Hütten um sich drinnen aufzuhalten, versehen sind, am Torneträsk übernachtet.

Lulaälven

Torneträsk

Hütten zum Eisfischen, werden im Winter auf den See hinausgebracht ;-)

Torneträsk - Senja:

Am 6. Juni machten wir am Morgen die entsetzliche Entdeckung, dass unser Reifen platt war - mit dem Zigarettenanzünder-Generator aufgepumpt und über die Grenze - endlich hatten wir Norwegen erreich. Vorbei an Narvik - nach Finnsnes und über die Gisundbrücke Senja

wie man richtig einparkt - und sich dabei einen Nagel in den Reifen fährt

Nachdem sich Senja dann nicht als der Geheimtipp erwies, als welcher er gehandelt wurde ergriffen wir sehr schnell die Flucht um die von uns gesuchte Abgeschiedenheit des hohen Nordens zu suchen und überlegten ob wir uns gen Süden, über die Lofoten, Mo-i-Rana und das Fjordland aufmachen sollten, oder noch weiter in den Norden. Wir entschieden uns für die zweite Variante und entdeckten dann Nordnorwegen zwar entlang der Strecke, aber eigentlich abseits der E6 (Durchzugsstraße zum Nordkap - besonders natürlich zur Zeit der Sommersonnenwende/Mitternachtssonne hoch frequentiert). Viele der sich bietenden Möglichkeiten die Hauptstraße zu verlassen und so weit wie mit einem Fahrzeug möglich - und zum Teil zu Fuß noch weiter - erkundeten wir dann das Hinterland zwischen Finnsnes und Alta.
Diese Abstecher von der E6 haben wir in ausführlichen Berichten für euch zusammengefasst: und nun wie immer: Viel Spaß beim Reiseberichte lesen und Foto gucken........auch dieses mal wieder: wenn ihr was Genaues wissen wollt: einfach mailen!!!!

für die einzelnen Reisebericht - bitte die Fotos anklicken......

Die Heimreise führte uns von den Baeskades über Finnland an den Bottnischen Meerbusen und entlang der Küste (dort bekamen wir dann doch noch einen Elch zu sehen!) zurück nach Trelleborg und einer völlig überfüllten Fähre (kein Sitzplatz mehr) nach Sassnitz (mit Megastau auf Rügen; nächstesmal vielleicht besser über Rostock!) und zurück nach Linz. Die Heimreise gestalteten wir uns gemütlicher als die Anreise - je ein Tag im Auto und ein Tag am Meer damit wir die wieder sehr, sehr eindrucksvolle Reise gemütlich ausklingen lassen konnten. Das auch Dank unseres braven Reifens - der erst am letzten Tag in Schweden endgültig den Geist aufgab.

und noch was zum Schluss:

Jedermannsrecht: Alle Menschen können

" sich völlig frei zu Fuß oder auf Skiern in der Natur (Fjell, Wald und Berge) bewegen
" In der Wildnis campen und picknicken
" Reiten und Radfahren auf den Wegen und Straßen in abgelegenen Gebieten und überall in den Bergen
" Schwimmen, Kanu fahren, rudern und segeln
" Pflücken von Blumen, Beeren und Pilzen pflücken (dafür gibt es in den Nationalparks und für Moltebeeren Sonderbestimmungen)
" im Meer angeln
" fremdes Ackerland im Winter betreten: (dh, wenn der Boden mit Schnee bedeckt oder gefroren ist)
" Entlang der Küste mit dem Boot anlegen und freier Zugang zum Meer.

Wichtig ist den Abstand zu Häusern und anderen Campern zu wahren - Platz ist ja genug!
Und die einfachen Grundregeln des "Wildcampens" zu beachten - hinterlasse lediglich deine Fußabdrücke!!!!!
Wir haben in Norwegen die Erfahrung gemacht, dass die Norweger selbst das allemannsretten auch aufs Campen mit dem Womo übertragen - da ja auch beinahe jeder Norweger einen Wohnwagen oder ein Womo vor der Tür stehen hat. Gesetzlich ist es lediglich mit dem Zelt verankert.
Und Leute BITTE BENEHMT EUCH!!! Damit das Recht so lang wie möglich erhalten bleibt !!!!!

Fischen:

die allgemeine Fischereiberechtigung kann man vorab online bestellen (siehe Link ganz oben); Achtung für Salmoniden gibt's Sonderregelungen: zum Beispiel am Altaelva werden die Berechtigungen für Lachs sogar ob der großen Nachfrage seit ewigen Zeiten ab Mittsommer nur verlost, vorher für die Norweger gratis, für Touristen gegen eine Gebühr allgemein möglich ; auf Senja Salmonieden erst ab 1. Juli und fast in ganz Norwegen ist das Desinfizieren der Angelausrüstung notwendig; zum Teil auch für Boote beim Paddeln !