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Der Weg in den Nationalpark gestaltete sich nicht einfach. Laut unserer Karte war die einzige Möglichkeit über Qafa-Mure aus südlicher Richtung. Die beiden anderen Wege die eingezeichnet waren führten über Cidhen aus östlicher Richtung oder Mekruth aus nordwestlicher Richtung. Beide Wege waren jedoch auf der Karte grau eingezeichnet - also als bessere Fußwege. Lediglich der Weg aus Süden schien befahrbar. Nachdem wird in Fushe Muhurr mehrmals nach dem Weg fragten wurden wir jedes Mal bei der Frage nach dem Lures Nationalpark in die Richtung zurückgeschickt, aus der wir gekommen sind. Am Schluss unseres Urlaubs trafen wir andere Reisende, die schon mehrmals in Albanien waren und die genau diese Route in den Nationalpark genommen haben - nämlich über Cidhen aus Osten kommend, diese Straße sei bei gutem Wetter halbwegs befahrbar - sie waren mit einem Unimog unterwegs. | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | |
Wir wollten es den Albanern nicht glauben und fragten nach der Richtung des nächsten Ortes auf unserer Karte - Selishte. Einige Kilometer oberhalb Fushe Muhurr's kommt man an einem aufgelassenen Marmorsteinbruch vorbei. Die dazugehörigen Gebäude sind alle verfallen, die Marmorblöcke setzten Flechten an. Wieder einmal mangelt es an der Infrastruktur um die Bodenschätze zu nützen. Laut unserer Karte sollte der Weg zur Abzweigung in den Nationalpark entlang eines Seitenflusses des Drin an dessen südlichem Ufer führen. Nach Selishte kamen wir an eine Brücke die es laut Karte nicht gab. Auf der gegenüberliegender Seite teilte sich die Straße in drei Wege auf. Also was tun? Wir entschieden uns dem Flusslauf zu folgen, wenn auch auf der anderen Seite als auf unserer Karte eingezeichnet. Wir kamen in eine Ansiedlung, die Steinmauern und Flechtzäune wurden immer höher, der Weg immer enger und steiler und der Hohlweg ging am Ende schon fast in ein Bachbett über. | | | |
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Zum Wenden kein Platz - also stieg ich aus um vorauszugehen und einen Umkehrplatz zu finden. Da kam ein altes Männchen an und schüttelte mir derart ausführlich die Hand, dass ich glaubte er lasse nicht mehr los - was er los ließ war ein Schwall an albanischem Geplauder. Aber er konnte uns dann immerhin erklären, dass wir falsch seien und wohin wir müssen. Als ich ihm erklärte wir müssten ja irgendwo umdrehen, nahm er am Beifahrersitz gleich meinen Platz ein um mit dem Günter zu einer Stelle zu fahren, wo er wenden kann. Ach hat der sich gefreut dass er uns helfen konnte und in einem Auto mitfahren - auch wenn er den Hebel zum Aussteigen aus dem Auto nicht mehr fand . Ganz ehrfürchtig hat er uns zum Abschied die Hand geschüttelt und hat sich sogar bei uns bedankt ! Weiter gefahren und bei einem Albaner, der neben der Straße wohnte, nochmal versichert ob wir denn richtigen Weg nähmen. Hatten wir und bogen dann an einer zweifelhaften Stelle sogar richtig ab. Dort hielt uns ein Mann, der eilends auf uns zugelaufen kam, an und nach langem deuten und palavern hatte er uns verdeutlicht, dass seine Frau noch nachkäme und dass diese mitfahren wolle. Zuerst sagten wir, wir fahren nicht weit und hätten keinen Platz, da wir auch dachten sie wollten zum nächsten Ort zu dem wir ja nicht mehr fahren würden. Dann ließen wir uns doch erweichen und als ich alles in die Kabine geräumt hatte und mich zum Hundling nach hinten auf den Notsitz begeben hatte, stiegen BEIDE vorne auf dem Beifahrersitz ein. Die folgende Fahrt über die engen, steinigen Serpentinen bei schwerem Gewitterregen war sehr abenteuerlich. | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | |
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Bei der Abzweigung verdeutlichte uns unser Mitfahrer dann, dass wir an der Kreuzung seien, die wir suchten - die beiden stiegen aus und gingen zu Fuß weiter - heilfroh, dass sie das steile Stück bei dem Wetter nicht zu Fuß laufen hatten müssen und wir froh, weil ohne die Beiden hätten wir die Abzweigung sicher wieder nicht gefunden. Na - hatten wir albanische Autostopper mitgenommen. Wir fuhren dann soweit wie nur irgend möglich, sind aber an der schlechten Straße gescheitert. Beim Aussteigen haben wir ein Missgeschick entdeckt - schuld war wohl einer der vielen über die Straße hängenden Bäume vor Fushe Muhurr. Als Entschädigung kreiste gleich ein Steinadler über uns und auf einer Almwiese fanden wir ein schönes Plätzchen für die nächsten Tage. In den NP haben wir also dank unglaublicher Begegnungen gefunden. | |
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Am nächsten Morgen sind wir widererwarten bei Kaiserwetter aufgewacht und haben erst mal all unsere Sachen zum Trocknen rausgehängt. Wir entdeckten dann auch, warum die Straße in so schlechtem Zustand ist. 5 Lastwägen ohne Holz rauf. Am Abend mit Monsterholzfuhren wieder runter. Das ganze begleitet von Mulis mit ihren Reitern, denen unser Hundling einen mächtigen Schrecken eingejagt hat - er kann gehörig den Wachhund rauslassen ! Wir trödelten und machten uns zu Fuß auf den Weg. Plötzlich hörten wir ein Motorrad kommen. War's doch tatsächlich ein Korneuburger, der mit einer Motocross eine Nationalpark Durchquerung suchte. Dieses Jahr sein zweiter Versuch aus südlicher Richtung. Vor neun Wochen sei er am Schnee gescheitert. Er habe gerade einen Kumpel nach Hause geschickt, weil's den nicht mehr gefreut habe. Über die Karten hat er genauso gejammert und auch nichts Besseres zur Verfügung gehabt. Wir haben versucht den Nationalpark an diesem Tag so weit wie möglich zu Fuß zu erkunden. Haben gepicknickt und am Abend noch Besuch von einem Schäfer mit zwei Hunden bekommen. Nach einer Dusche in unserem luxuriösen Bad mit Warmwasser und Rasierspiegel gab' dann noch leckeres Gegrilltes. | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | |
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Da wir auch am dritten Tag mit schönem Wetter gesegnet waren beschlossen wir es mit dem Auto zu versuchen. Beim Frühstück kamen die beiden Mulitreiber diesmal nicht vorbeigeritten, sondern standen samt Mulis auf der Ladefläche des Kipplasters. Der Truckfahrer hupte schon vor der Kurve jedes Mal freudig um Hallo zu sagen - wir "wohnten" ja jetzt schon den dritten Tag da. Das Fahren war eine Herausforderung - bis zu den Seen sind wir trotz mehrstündiger Fahrt nicht gekommen. Vielleicht sind wir auf einem der Wege wieder falsch abgebogen, auch hat uns auf der von uns gefahrenen Straße ein Holzlaster den Weg versperrt. | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | |
Laut unserem Reiseführer sollte es im Nationalpark insgesamt 24 Gletscherseen geben, von denen 8 auch im Sommer Wasser hätten. Beim Eingang des Parks- an welchem?? - sollte sich ein Hotel befinden, in dem man sich mit Lebensmitteln eindecken könne. Von unserer Urlaubsbekanntschaft aus Steyr erfuhren wir dann, dass die Seen gar nicht so sehenswert seien, da sie zum Teil im Sommer fast austrocknen und nur noch Sumpflöcher sind. Auch erzählten sie uns, dass das Holzschlagen im Nationalpark eigentlich verboten sei, es jedoch die Ausnahmeregelung gäbe, dass abgebranntes Holz herausgeschnitten werden dürfe. Ein Grund warum es so oft brenne im Lures Nationalpark. | | | | | | | | | | | | | | | | | |
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