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In Erseke, einem relativ großen Ort mit Heilbad und Kurhaus haben wir uns mit Lebensmittel versorgt da wir die nächsten Tag in der Grammos Gebirgskette verbringen wollten. Es war nicht einfach dahin einen Weg zu finden. Die erste Abzweigung Richtung der Gebirgskette die wir versuchten endete in einem Ort an einem Gebirgsbach über den ein wackeliger Holzsteg führte. Ein junger Mann erklärte uns dann, dass oberhalb des Steges eine Furt sei und man den Bach schon mit dem Auto durchfahren könne, der Weg aber dann bei den Häusern endete. Ein Stück vor Erseke, bei der Abzweigung nach Shitke fanden wir dann einen Weg in die Berge und über rumplige Straßen und unter fast zu tief hängende Stromleitungen kamen wir zu einem Stellplatz der Superlative. | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | |
Eine traumhafte Almwiese mit den Bergen im Rücken, dem Tal des Osum unter uns und Ausblick auf die schneebedeckten Gipfel der südlichen Gebirgsketten des Nemecke und Dhembelit Gebirges vor uns. | | | | | | | | | |
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unten Fußweg oben Strasse |
was will man mehr | | | | | |
Nachdem wir uns gemütlich eingerichtet hatten und gerade beim Essen waren ( es war schon halb zehn Abends und finster) erwartete uns noch eine besondere Überraschung - wir bekamen Besuch! Kam da doch tatsächlich ein Auto angefahren - wir meinten unseren Augen nicht zu trauen. Ausgestiegen sind drei Männer in Uniform und einer hatte seinen Sohn dabei, der hinten im Polizei-Landi sitzen blieb. Es waren ein Polizist und zwei Zöllner. Der Polizist hat salutiert und dann haben sie uns fast schon schüchtern auf Albanisch angeredet. Nach Klärung, dass kein Englisch aber un poco italiano gesprochen werde, hat er nach unseren Ausweisen verlangt. Als der Günter aufstand meinten sie, er solle doch sitzen bleiben und ich gehen, aber ich musste ja unseren tief knurrenden Hundling festhalten. | | | | | | | | | | | | | | | | | |
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Nachdem ich ihnen erklärte, dass wir Österreicher seien, waren sie sich bei der Ausweiskontrolle nicht so sicher, ob sie so unhöflich sein sollten und uns mit der Taschenlampe mitten ins Gesicht leuchten oder nicht. Sie haben's dann dabei belassen sich unsere Daten aufzuschreiben. Nach meiner Frage, warum sie sich das aufschreiben und ob es ein Problem sei hier zu campen beteuerten gleich alle ganz überschwänglich, dass dem nicht so sei, sondern einfach eine Polizeikontrolle durchgeführt werde. Sie haben sich dann alles aufgeschrieben, wollten die Dokumente vom Auto garnichtmehr sehen, haben noch eine Weile überlegt, was es hieße uns zu fragen wie lange wir blieben. Ich hab ihnen dann gesagt, dass wir noch so zwei oder drei Nächte blieben. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass wir wirklich nur Touristen waren und keine illegal über die griechische Grenze gekommenen Verbrecher, waren alle schrecklich erleichtert. | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | |
Sie haben sich dann dreimal bedankt und brachen nach meinem Naten de mire (Gute Nacht) in schallendes Gelächter aus und winkten ganz freundlich noch mal aus dem Autofenster beim Wegfahren. Das Ganze hat uns so amüsiert, dass wir eine Flasche Wein köpften und stundenlang den traumhaftesten aller Sternenhimmel mit hunderten Sternschnuppen beobachteten. | | | | | | | |
Am nächsten Morgen machten wir uns zu Fuß auf, um nach Griechenland zu gehen. Früh morgens machten wir uns auf den Weg - aber die Hitze war fast unerträglich. Wir wanderten weiter als wir vorhatten und überquerten auf dem Wanderweg vermutlich wirklich die griechische Grenze. Entlang des Bergkammes sah man in Abständen Grenztürme. Nach einem Picknick auf dem Hochplateau machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Stellplatz. Am Weg nach unten begegneten uns eine Kreuzotter, eine riesige Smaragdeidechse und zwei lautstark bellende, nicht sehr freundliche Hirtenhunde - mit denen ist in Albanien wirklich nicht zu spaßen - die wissen wie ihre Herden zu verteidigen sind, zumal sie oft mit den Tieren alleine unterwegs sind. Da uns die beiden den Weg versperrten, wichen wir über eine Almwiese aus, und siehe da - standen da überall Wiesenchampignons. Da wir uns nicht sicher waren, ob es vielleicht in den albanisch-griechischen Bergen Pilze gab, die nur Ähnlichkeit mit Champignons hatten fragten wir den nächsten Schafhirten der uns begegnete. Es war eine dieser Begegnungen die wir in Albanien öfter hatten - die Leute waren zum Teil unglaublich schüchtern. Wir riefen ihn an und er wendete sich prompt ab und ging - sehr langsam - weg von uns. So nach dem Motto, wenn sie mich verjagen wollen gehe ich, wenn sie was wollen von mir können sie mich ja einholen. Als wir ihn dann einholten, begrüßte er den Günter mit Handschlag und beobachtet mich eher aus den Augenwinkeln. | |
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Nach unserer in "deutenhausen" durchgeführter Frage, ob man die Pilze essen könne, antwortete er mit po, po (ja, ja) und mit Kopfschütteln. Das brachte uns immer wieder zum Staunen - in Albanien schütteln die Leute zur Bestätigung den Kopf anstatt zu nicken. Die Pilze wurden dann am Abend über offenen Feuer mit Olivenöl und Knoblauch gebraten und gehörten mit zum wohl Besten, was wir je gegessen haben. | | | | | | | | | | | | | |
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